Was ist Tauziehen?

 

Tauziehen ist ein körperlich anstrengender Sport, der viel Einsatz von denjenigen erfordert, die ihn ausüben. Es ist grundsätzlich so, dass mit der Höhe des Engagements auch der Erfolg wächst. Dies trifft besonders auf das Tauziehen zu.

Obwohl es viele ausgezeichnete Wettkämpfer gibt, ist es doch ein reiner Mannschaftssport, und es gibt keine „Einzel-Stars“. Sportlich faires Verhalten untereinander ist das A und O, damit sich ein echter Teamgeist entwickeln kann. Dieser Teamgeist ist vielleicht das Schönste an diesem Sport.

Verbände

Württembergischer Rasenkraftsport- und Tauzieh-Verband (WRTV): https://www.wrtv.de

Deutscher Rasenkraftsport- und Tauzieh-Verband (DRTV): https://www.drtv.de

International Youth Tournament (GENSB): https://www.gensb.eu

Tug of War International Federation (TWIF): https://tugofwar-twif.org

Regelwerke

Kategorien
  • Tauziehen im Freien oder in der Halle
  • Männer + Frauen
  • Senioren + Junioren
Altersgruppen (national)
  • keiner Person unter 12 Jahren ist es erlaubt, an einem nationalen Wettbewerb teilzunehmen.
  • Jugend-Klasse:
    Sie umfasst einen Zeitraum von neun Jahren. Es gilt das Jahrgangsprinzip.
    WK-Jahr 2026: 2014 – 2013 – 2012 – 2011 – 2010 – 2009 – 2008 – 2007 – 2006
    In einer Jugendmannschaft dürfen nur bis zu 2 Tauzieher der beiden
    ältesten Jahrgänge eingesetzt werden.
  • Junioren-Klasse:
    Sie umfasst einen Zeitraum von sieben Jahren. Es gilt das Jahrgangsprinzip.
    WK-Jahr 2026: 2009 – 2008 – 2007 – 2006 – 2005 – 2004 – 2003
    Zusätzlich können 2 Jugendliche mit dem Tag des 15. Geburtstages
    eingesetzt werden.
  •  Senioren-Klasse:
    In allen Gewichtsklassen dürfen in einer Seniorenmannschaft Junioren und Jugendliche mit dem Tag des 17. Geburtstages, sowie 2 Jugendliche mit dem Tag des 15. Geburtstages eingesetzt werden.

     

Ausrüstung
  • Eine einheitliche Sportbekleidung beim Wettkampf und beim Wiegen ist vorgeschrieben. Sie besteht aus Sporthose (kurz oder lang), Sporthemd oder Trikot, Sportstümpfe oder Stutzen.
    Coach und Betreuer tragen Sportbekleidung.
  • Spezielle Bestimmungen gelten für die Tauziehschuhe. Es sind Stiefel mit einem Stahlabsatz erlaubt, der bis zu 6 mm dick sein darf. Meist werden Lederstiefel
    oder Hartschalenschuhe benutzt.
  • Hilfsmittel, die das Halten des Seils erleichtern sollen, sind nicht erlaubt. Dagegen ist im Freien erlaubt, die Hände einzuharzen (z.B. Baumharz).
Ziehstrecke
  • 4 Meter (im Freien und in der Halle)
Verwarnungen
  • Werden während des Wettkampfes bei Regelverstößen gegeben u. a. für Absitzen, Klemmen des Seils, unerlaubter Griff, nicht korrekte Körperhaltung, Seilhaltung beim Ankermann.
  • Zunächst bekommt eine Mannschaft bei einem Regelverstoß eine Ermahnung. Danach gibt es zwei Verwarnungen, welche durch den Kampfrichter angezeigt werden.
  • Begeht sie nach der zweiten Verwarnung weiterhin Regelverstöße, so wird sie
    für diesen Zug disqualifiziert.
  • Eine Besonderheit bei Regelverstößen ist der Null-Pull. Haben beide Mannschaften zwei Verwarnungen, und sie begehen weiterhin Regelverstöße,
    so kommt es zu Null-Pull. Das Seil muss abgelegt und zur Mitte gezogen werden, der Kampf beginnt sofort wieder von Neuem. Betreuen, Nachharzen usw. sind dazwischen nicht erlaubt.
Wettkampf-Runden
  • Bei allen Wettbewerben wird eine Vor- und Finalrunde ausgetragen. Jeder Wettkampf der Vorrunde besteht aus 2 Zügen. Für jeden gewonnenen Zug gibt es einen Punkt. In der Finalrunde (um die Plätze 1 – 4) wird eine Entscheidung über 2 bzw. 3 Züge herbeigeführt. Punkte werden dabei nicht vergeben. Bei Ligawettbewerben gibt es Zusatzpunkte.
Mannschaftsgewicht
  • Die jeweils stattfindende Gewichtsklasse wird durch die Ausschreibung des Turniers definiert.
Mannschaft
  • Sie besteht aus 8 Tauziehern, 1 Ersatzzieher, 1 Coach und 1 Betreuer
  • Eine Mix-Mannschaft besteht bei allen internationalen und nationalen Wettbewerben aus 8 Tauziehern, 4 Frauen und 4 Männern, einem Coach und
    einem Betreuer.
  • Abweichend von vorstehender Regel besteht eine Juniorenmannschaft im Bereich des DRTV aus 6 Tauzieher/-innen, einem Coach und einem Betreuer.
    Eine Jugendmannschaft kann im Bereich des DRTV aus 6 bis 8 Tauzieher/-innen, einem Coach und einem Betreuer bestehen.
Seileigenschaften
  • Beim Seil unbedingt darauf achten, dass ein ordentliches Seil verwendet wird!
  • Seillänge: mindestens 33,5 m
  • Seilumfang: 100 bis 125 mm
  • Material: Hanf, Sisal oder Kunstfaser
Regeln
  • Es bestehen einheitliche Regeln, die genau eingehalten werden müssen.

     

  • Fassen des Seiles
    1) Jeder Tauzieher hält das Seil mit beiden bloßen Händen mit gewöhnlichem Griff. Das Seil verläuft zwischen dem Körper und dem Oberarm.
    2) Jeder andere Halt, der das freie Spiel des Seiles behindert, ist ein „Klemmen“ und damit ein Regelverstoß.
    3) Der erste Tauzieher muss das Seil unmittelbar hinter der 5-Meter-Markierung (national: GELB) fassen. Während des Ziehens darf er zu keiner Zeit über diese Markierung greifen.
    4) Seilhaltung Ankermann: Das Seil verläuft entlang dem Körper, diagonal über den Rücken, über die andere Schulter nach vorne und unter der Achselhöhle nach hinten und außen und muss frei verlaufen. Der Ankermann greift das Seil mit ausgestreckten Armen mit gewöhnlichem Griff. Dem Ankermann ist es erlaubt, das Seil in Höhe der Schutzbekleidung zu halten. Dies wird nicht als „Klemmen“ geahndet.

  • Ziehposition
    Nach dem Kommando „PULL“ begibt sich der Tauzieher in die Ziehposition. Dies bedeutet, dass von diesem Zeitpunkt an die Füße immer vor den Knien stehen müssen, und das Seil nicht tiefer als in Hüfthöhe gehalten werden darf.
Regelverstöße
  • Nachstehend aufgeführte Regelverstöße führen zu Verwarnungen bzw. zur Disqualifikation.  

  • 1) ABSITZEN – SITTING
    Vorsätzliches Absitzen auf dem Boden oder das Misslingen, nach einem Ausgleiten, sofort wieder in die Ziehposition zurückzukehren.
     

  • 2) ABSTÜTZEN – LEANING
    Berühren des Bodens mit irgendeinem anderen Körperteil, außer den Füßen.
     

  • 3) KLEMMEN – LOCKING
    Jeder Halt, der das freie Spiel des Seiles behindert.
     

  • 4) HANDGRIFF – GRIP
    Jeder andere Griff entgegen dem, in der Regel unter 1 beschriebenen, gewöhnlichen Griff.
     

  • 5) ANHEBEN DES SEILS – PROPPING
    Aufrechtes Stehen am Seil entgegen der in Regel unter 2 beschriebenen Ziehposition und Halten des Seiles in einer Position, in der sich das Seil nicht zwischen dem Körper und dem Oberarm befindet.
     

  • 6) FUSSHALTUNG – POSITION
    Sitzen auf einem Fuß oder einem anderen Körperteil, so dass die Füße nicht
    vor den Knien stehen.
     

  • 7) NACHGREIFEN – CLIMBING THE ROPE
    Heranziehen des Seiles durch Kletter-Bewegungen mit den Händen.
     

  • 8) RUDERN – ROWING
    Wiederholtes Niedersetzen, wobei die Füße zurückgenommen/-gesetzt werden.
     

  • 9) SEILHALTUNG BEIM ANKERMANN – ANCHORMANS GRIP
    Jeder andere Griff und Seilverlauf als in der Regel unter 4 beschrieben.
     

  • 10) BETREUER – TRAINER
    Verbale oder non Verbale Kommunikation zur Mannschaft während des Zugs
    ist nicht erlaubt.
     

  • 11) FUSSLÖCHER – FOOTHOLDS
    Vertiefungen in den Boden machen, bevor das Kommando „SPANNEN“ erfolgt.
     

  • 12) SEITLICH ABSTÜTZEN – SIDE-STEPPING
    Den Fuß außerhalb der Wettkampfzone aufsetzen, bzw. mit dem Fuß an der Seite der Wettkampfzone einen Halt suchen.
Startkommandos

  • 1) „SEIL AUF“
    Gleichzeitig mit dem Kommando „SEIL AUF“ hebt der Kampfrichter seine Arme vorwärts hoch bis in die Horizontale, wobei seine Handflächen nach innen  zeigen. Die Tauzieher ergreifen das Seil.

  • 2) „SPANNEN“
    Gleichzeitig mit dem Kommando „SPANNEN“ hebt der Kampfrichter seine
    Arme in die Schräghochhalte, die Handflächen nach innen gekehrt.
    Die Tauzieher schlagen einmal den Absatz der Schuhe in den Boden und
    spannen das Seil straff. Vor dem „SPANNEN“ dürfen keine absichtlichen Vertiefungen in den Boden gemacht werden.
     

  • 3) SEIL ZUR MITTE
    Durch entsprechendes Winken mit den Händen – aus den Unterarmen heraus
    – zeigt der Kampfrichter den Tauziehern die Richtung an, in die das Seil bewegt werden muss, damit die Seil-Mittelmarkierung genau senkrecht über der
    Boden-Mittellinie zu schweben kommt.
     

  • 4) „FERTIG“
    Ist die Seil-Mittelmarkierung genau über der Boden-Mittellinie, dreht der
    Kampfrichter seine Handflächen nach außen und gibt das Kommando „FERTIG“. Die Tauzieher verbleiben in der gleichen Haltung und konzentrieren sich auf den Start.
     

  • 5) „PULL“
    Nach einem kurzen Augenblick – mindestens zwei Sekunden! – gibt der Kampfrichter das Kommando „PULL“ und schlägt gleichzeitig die Arme seitlich herunter. Die Tauzieher nehmen die Ziehposition ein.
    Startet eine Mannschaft zu früh, pfeift der Kampfrichter ab, lässt das Seil ablegen und beginnt nochmals mit den Kommandos.
    Beim zweiten Fehlstart im selben Zug, verursacht durch die gleiche Mannschaft, erhält diese eine Verwarnung.